Sardinien im Winter
Olbia auf Sardinien ist zwar kein Haupt-Reiseziel der Deutschen, aber außer Altstadt und Hafen hat es in der Umgebung wunderschöne Strände zu bieten. Im Sommer ist ein längerer Urlaub auf Sardinien sicher sehr reizvoll. Allerdings gibt es dann keine Flüge für 6 Euro – alles inklusive – die auf den Flugfan eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausüben. Dass die Reise mit der Nikolaus-Aktion der TUIfly, die zu diesem Preis angeboten wurde, nicht unbedingt ein Highlight werden sollte, wusste ich also schon, denn ich hatte mich vorher im Internet informiert. Da die Boeing 737-700 am Samstag u. a. Stuttgart – Olbia – Hamburg – Olbia – Stuttgart flog, plante ich ohnehin nur einen ziemlich kurzen Aufenthalt für die Zeit, die das Flugzeug brauchte, um von Olbia nach Hamburg und zurück zu fliegen. Das war für die Stadt Olbia allerdings dann auch schon mehr als genug.
Schon die Kontrolle in Stuttgart war eine harte Nervenprobe. Im Terminal 3 waren nur fünf der acht Kontrollstellen besetzt, was normalerweise samstags ausreicht. Wegen der Faschingsferien machten sich aber zahlreiche Reisende auf, die die schulfreien Tage nutzen wollten. Erschwerend kam hinzu, dass viele dieser Passagiere, die eher selten reisen, sich nicht die Mühe gemacht haben, die Hinweise auf den Tickets zu lesen. So mussten zuerst alle Getränkeflaschen aus dem Handgepäck geholt werden, was die Sache nicht gerade beschleunigte. Endlich saß ich im Flugzeug, das pünktlich um 11.15 Uhr startete. Der Flug war angenehm, und die kostenlose Käse-Laugenstange schmeckte gut. Kostenloser Bordservice ist ja mittlerweile keine Selbstverständlichkeit mehr. Leider konnte ich trotz meines Fensterplatzes von Korsika nichts sehen, denn der Himmel war wolkenverhangen.

Vom Flughafen Olbia Costa Smeralda, der direkt am Stadtrand liegt, sind es bis ins Zentrum nur 3 km. Man kann also bequem zu Fuß gehen. Da der Bus spottbillig ist, machte ich das aber nicht. An einem Automaten am Flughafen kann man die Fahrkarte für 80 Cent lösen. Der Apparat akzeptiert allerdings nur Kleingeld. Bei Ein-Euro-Münzen streikt er, weil er vermutlich keine Rückgabefunktion hat. Zum Glück konnte mir die nette Dame am Infoschalter wechseln, nachdem ich mich brav ein paar Minuten lang in der Reihe angestellt hatte. Falls man genug Kleingeld hat, kann man die Rückfahrkarte auch gleich lösen. Die Karten werden im Bus entwertet und sind dann noch 90 Minuten gültig.
Die Stadt selbst hat wenig Interessantes. Nur die Preise der Restaurants sind gehoben. So verzichtete ich auf die kulinarischen Spezialitäten und bummelte statt dessen durch die Stadt zum Hafen. Inzwischen kam sogar die Sonne durch die Wolken, und ich konnte es mir auf einer Bank gemütlich machen. Auf dem Rückflug war das Flugzeug nur etwa zu einem Viertel besetzt – auf dem Hinflug war es dank der Faschingsferien in Baden-Württemberg noch mehr als halb voll gewesen. Sogar etwas zu früh starteten wir gegen 19.40 Uhr und kamen kurz nach 21 Uhr – eine halbe Stunde früher als geplant – in Stuttgart an. Auch das Gepäck war sofort auf dem Band, was für Stuttgart ganz untypisch ist. Ich habe dort schon oft über eine halbe Stunde gewartet. Diesmal hatte ich allerdings nur Handgepäck dabei, so dass ich gar nicht in den Genuss der prompten Bedienung kam.
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